Montag, 21. Mai 2018

Die Sieben Türen von Daniel Sánchez Pardos

Barcelona, 1874. Gabriel Camarasa wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als ihm im letzten Moment ein junger Mann das Leben rettet: Antoni Gaudí. Schnell freunden sich die beiden an. Als Gabriels Vater unter Verdacht steht, seinen Geschäftspartner erstochen zu haben, begeben sich die jungen Männer zusammen mit Gabriels Freundin Fiona auf die Suche nach dem wahren Täter. Die führt sie zu Barcelonas geheimnisvollsten Orten: in das Lokal »Die sieben Türen«, in »Das Theater der Träume« – und geradewegs in die Fänge einer skrupellosen Geheimgesellschaft … Ein genialer Barcelona-Krimi, der nicht nur von einem der berühmtesten Architekten unserer Zeit erzählt, sondern auch von einer der schönsten Städte unserer Erde.

Der Ich-Erzähler wird beinahe von Pferden über den Haufen gerannt, hat vor der Beschreibung dieses Ereignisses aber noch jede Menge Zeit für Lokalkolorit. Komisch. Auch, dass erst einen große Menschenmenge herumsteht, er aber anscheinend alleine in Gefahr geriet – und dass die Pferde danach wieder brav stehenbleiben, ist schon seltsam.
Überhaupt geht es im ersten Drittel des Buches eigentlich nur darum, wie schön Barcelona ist, wie die Sehenswürdigkeiten aussehen, die Straßen, die Häuser … Es ist mehr ein Touristenführer als ein Roman. Zugegeben, danach wird es dann spannender. Aber auch die zweite Hälfte ist an einigen Stellen zu lang geraten. Weniger wäre mehr gewesen.
Die Stimmung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist dafür, denke ich, recht gut eingefangen.

Mit den Protagonisten bin ich irgendwie nicht recht warm geworden. Gabriels Mutter finde ich sogar absolut unausstehlich. Und was mir gar nicht eingeht, ist, warum der Autor mit Antoni Gaudí eine bekannte historische Figur eingebaut hat und dann keinerlei Bezüge zu dieser Figur herstellt. Gaudí war ein spanischer Architekt und herausragender Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernismus. Der Gaudí im Buch zeigt keinerlei Interesse an Architektur. Stattdessen wird er als halbseidener Gauner hingestellt, dem man nur bedingt trauen kann. Diese Figur hätte jeden beliebigen Namen haben können. Da kommt man sich als Leser doch ziemlich veralbert vor.